How did the doodling begin?
The pandemic, and all that time at home, brought me back to drawing. A small drawing every day, sketching exercises, trying out different media... I bought myself a sketchbook, watercolors, brushes — and then sat there in front of my blank page: without lines, without any starting point, I found it almost impossible to be "creative."
A photography course once taught me how essential a frame is to the creative process: compared to a balcony at the top of a high-rise. Without a railing, you barely dare lean out. With one, you can look far out over the edge, even lean into it, testing and exploring the frame you've been given.
Around that time I discovered the idea of working from doodles on TikTok: start with a doodle — one you made yourself, or one someone scribbled for you. That became my railing, the thing my creativity could unfold along. Ever since, I've been collecting doodles from friends and acquaintances, as a starting point and a spark to get past the blank page. Without them, most of these ideas would never occur to me at all.
The doodle-to-painting process, or: how does she even come up with that?
I turn the page every which way — sometimes the doodle is even upside down. Sometimes I see what's hiding in it right away: a dog, a monster, a universe full of strange things flying around. Sometimes it takes months, until suddenly it clicks.
I don't have to invent these images — I get to discover them. It makes me feel like a kind of archaeologist of drawings, wondering: how did THIS even come about? And sometimes I end up capturing, almost eerily well, the personality of whoever gave me the doodle.
Some people also deliberately try to confuse me — or are they trying to help? — with obvious little drawings, a small heart, say, or a recognizable figure. I look straight through those, on purpose, to reach the less obvious thing underneath: what I think of as the doodle's real subject.
Wie begann das Kritzeln?
Durch die Pandemie und viel Zeit Zuhause kam ich wieder zum zeichnen. Täglich eine kleine Zeichnung, Zeichenübung, verschiedene Medien ausprobieren…. Ich kaufte mir ein Skizzenbuch, Aquarellfarben, Pinsel – und da sass ich vor meinem leeren Blatt: ohne Linien, ohne Vorgabe fand ich es fast unmöglich, «kreativ» zu sein.
Auf einem Fotokurs hatte ich mal gelernt, wie wichtig ein Rahmen für den kreativen Prozess ist: Verglichen mit einem Balkon ganz oben in einem Hochhaus. Ohne Geländer traust du dich kaum, dich hinauszulehnen. Mit Geländer kannst du weit hinausschauen, dich sogar hinüberlehnen und den vorgegebenen Rahmen austesten und erforschen.
Über TikTok entdeckte ich damals die Idee, mit Kritzeleien zu arbeiten: Starte mit einem Kritzel, den du entweder selbst gemacht hast, oder jemand für ich hingekritzelt hat. Und genau das wurde mein Geländer anhand dessen ich meine Kreativität entfalten konnte. Seitdem sammle ich Kritzel von Freunden und Bekannten, als Ausgangspunkt und Inspiration, um vom leeren Blatt wegzukommen. Ohne sie würde ich auf die meisten dieser Ideen gar nicht kommen.
Der Kritzel zu Bild Prozess, oder: Wie kommt sie nur darauf?
Ich drehe das Blatt in alle Richtungen — manchmal steht der Kritzel auch einfach auf dem Kopf. Manchmal sehe ich sofort, was darin steckt: ein Hund, ein Monster, ein Universum voller merkwürdiger, herumfliegender Dinge. Manchmal dauert es Monate, bis es plötzlich "klick" macht.
Ich muss mir diese Bilder nicht ausdenken, ich darf sie entdecken. Dabei fühle ich mich wie eine zeichnerische Archäologin, die sich fragt: Wie konnte denn genau DAS entstehen? Und manchmal treffe ich dabei erstaunlich genau die Persönlichkeit der Person, die mir den Kritzel geschenkt hat.
Manche verwirren mich auch ganz bewusst - oder wollen mir helfen? - mit offensichtlichen kleinen Zeichnungen, einem Herzchen etwa, oder einer erkennbaren Figur. Durch diese schaue ich dann bewusst hindurch, um zu dem weniger Offensichtlichen zu gelangen: dem, was ich für das "Eigentliche" im Kritzel halte.